Benzodiazepin-Entzugssyndrom
Neben der Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit, die sich im Falle einer Therapieunterbrechung durch dein Benzodiazepin- Entzugssyndrom äußert, scheint die schnell einsetzende anxiolytische und beruhigende Wirkung der Benzodiazepine auch die psychischeAbhängigkeitsentwicklung zu begünstigen.

Bei den Symptomen kann man schwere Symptome, wie sie auch beim Barbituratentzug auftreten, von leichten, meistens ziemlich unspezifischen Symptomen unterscheiden.


Leichte Symptome,subjektiv
- Angst
- Panikattacken
- innere Unruhe,
- Irritabilität
- depressive Verstimmung
- emotionale Labilität,
- Agitiertheit
- bizarre, oft angstbesetzte Träume

- Neurovegetative Symptome
- Inappetenz,
- Übelkeit
- Muskelkrämpfe
- Kopfschmerzen
- Augenflimmern
- Verschwom
mensehen
- Mikro-Makropsie
- Verminderung des Geruchs-oder Geschmackssinnes
- Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen, Berührung,

- Tinnitus (am häufigsten)
- Körperschemastörungen

Schwere Symptome
- llusionäre Verkennung
- Hallu
zinationen
- Verfolgungsideen
- Delir
- Krampfanfall
- Hyperpyrexie (extrem selten)

PROTRAHIERTE ENTZUGSSYMPTOME

Eine kleine Anzahl von Patienten, die einen Benzodiazepin-Entzug hinter sich haben, leiden weiterhin unter sogenannten protrahierten Symptomen, die selbst nach Monaten oder Jahren nicht verschwinden. Es gibt Schätzungen, dass 10-15 Prozent der Patienten nach langdauernder Benzodiazepin-Einnahme ein sogenanntes „Post-Entzugssyndrom“ entwickeln. Viele der Patienten haben Benzodiazepine 20 Jahre oder länger eingenommen und hatten schlechte Erfahrung während des Entzuges. Die Häufigkeit dieser protrahierten Symptome ist jedoch wesentlich geringer bei denjenigen, die eine langsame Dosis-Reduktion unter ihrer eigenen Kontrolle praktiziert haben.

Die häufigsten lang anhaltenden Symptome. Sie umfassen Angstzustände, Schlafstörungen, Depression, verschiedene Empfindungs- und motorische Störungen, gastrointestenale Beschwerden sowie Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen.
Die Ursachen, weswegen die Symptome bei einigen Patienten persistieren, sind nicht bekannt. Wahrscheinlich spielen viele Faktoren eine Rolle, einige davon in direkter Verbindung mit den Benzodiazepinen, andere sind indirekte oder sekundäre Effekte


Üblicherweise besteht die medikamentöse Behandlung des Benzodiazepinenentzugs darin, die Patienten zuerst auf ein länger wirkendes Benzodiazepin, zum Beispiel Diazepam oder Oxazepam umzustellen, und dieses dann langsam auszuschleichen.

Für den stationären Entzug werden Abdosierungsdauern zwischen acht und vierzehn Tagen genannt. (Achtung, das ist viel zu schnell) und nicht empfehlenswert!

Für den ambulanten Entzug werden längere Abdosierungsdauern empfohlen - das ist die bessere Alternative. Wenn man einen Arzt hat, der den Entzug begleitend unterstützt, mit Umstellung auf Diazepam oder Oxazepam und evtl. einen Krampfschutz - dann würde ich auf jeden Fall empfehlen zu Hause zu entziehen - langsam.

Wobei man am Anfang zügiger absetzen kann, zum Schluss und bei niedriger Dosierung ganz langsam. Als Faustregel kann man alle 2-4 Wochen 10% der Dosis absetzen.
Das ist aber nur ein Richtwert und muss nicht für jeden zutreffen. Einige können schneller reduzieren, andere benötigen mehr Zeit.

Die nächste Dosisreduktion sollte man angehen, wenn die Entzugssymptome deutlich nachgelassen haben oder zumindest erträglich sind. Alles andere ist zum scheitern verurteilt und führt nicht selten dazu, dass man wieder höher dosieren muss.
Das kann und darf aber nicht der Sinn des Entzugs sein, denn so fängt man immer wieder von vorne an.

Benzodiazepin Umrechnungstabelle